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 P-Magazin vom Februar 2009 Ausgabe 11 |
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Verkauf: Inhaber Unverricht verhandelt derzeit nur mit Pächterfamilie Gleichauf.
In der Goldenen Krone bleibt alles beim Alten.
Danach sieht es zumindest im Moment aus. Geschäftsführer Julius Gleichauf sagte: "Es geht weiter. Das kann jeder am
Programm sehen, wir planen über März hinaus Veranstaltungen." Bislang war bekannt, dass der Pachtvertrag, auf dessen
Grundlage Gleichauf die Krone als Konzertsaal, Disko und Kneipe betreibt, in diesem Monat endet.
Grund für Gleichaufs zuversichtliche Pläne sind Verhandlungen mit dem Eigentümer Heinz Unverricht. Seit einigen Jahren
bemühen sich Gleichauf und sein Vater Peter, der das Darmstädter Traditionslokal in den siebziger Jahren mitbegründet hat,
darum, das Gebäude zu kaufen.
"Bis entschieden ist, ob verkauft wird oder nicht, läuft alles weiter wie bisher", sagte Julius Gleichauf Anfang der Woche.
Inhaber Unverricht von der Kronenbrauerei Wiener bestätigte: "Der Pachtvertrag läuft auf unbestimmte Zeit erstmal weiter.
" Zwar gebe es auch andere Interessenten für das während des Feuersturms 1944 einzige erhaltene Altstadthaus, doch die
Gleichaufs hätten Vorrang. "Im Moment verhandle ich nur mit ihnen."
Als ein möglicher Interessent war in der Vergangenheit immer wieder der Bauverein im Gespräch gewesen. Es war gar vermutet worden,
aus der Krone solle ein Hotel werden. "Keine Stellungnahme von unserer Seite", hieß es dazu nun erneut.
Unabhängig davon wirkte Besitzer Unverricht aber zuversichtlich, dass die Goldene Krone in den Händen der Pächterfamilie Gleichauf
bleibt. "Das passt ja auch sehr gut", kommentierte er. Die Frage sei eher, ob die Gleichaufs als Pächter
oder als Käufer weitermachen würden. Das werde sich in den nächsten Wochen zeigen.
pelo
Darmstädter Echo 22.03.2008 |
Mit der Reihe "Emma on the Dancefloor" erleben die Goldene Krone und ihre Ikone Emma eine Renaissance
Emma ist wieder da. Wer kennt sie nicht, die Frau mit den Glubschaugen und dem schwarzen wallenden Haar? Christian Jung und Cem Tevetoglu - echte "Kronekinder" -
wollen das Wahrzeichen des Darmstädter Musiktempels wieder aufleben lassen. Mit der Konzertreihe "Emma on the Dancefloor", die am kommenden Samstag in die vierte
Runde geht, ist ihnen das schon ein ganzes Stück weit gelungen. "Es spricht sich herum und wir hoffen, die Krone mal wieder so richtig voll zu bekommen", so Jung. Vorläufiger
Höhepunkt der Reihe ist der Auftritt von Lee "El" Hollis mit seiner Punkband "Steakknife".
Nach der Sommerpause sind dann monatlich weitere Konzerte geplant - meist Hard- und Indie-Rock. Emma, vor rund 30 Jahren vom hiesigen Künstler Claudius Posch geboren,
war zugunsten des Bildes einer Königskrone in vergangenen Jahren in den Hintergrund gerückt, erzählt Jung. Dabei ist die zeitlose Schönheit nicht nur für Darmstädter ein Begriff.
Ihr Konterfei hänge sogar in Prag im Museum, berichtet Jung. Er betreibt die Veranstaltungsagentur Klangwerker und hat unter anderem das Open Air am Steinbrücker Teich organisiert.
Gemeinsam mit Tevetoglu, der hauptberuflich die öffentlichkeitsarbeit für die Centralstation macht und beispielsweise die Nacht der Clubs managte, setzt er die Initiative von
Kronebesitzer Peter Gleichauf um. "Die Idee war, kleinere Gitarrenbands nach Darmstadt zu holen." Für die jetzige Veranstaltung legte das Duo sogar das Originalplakat von 1975
neu auf. "Schon beim Aufhängen sprachen uns Leute an", berichtet Tevetoglu: "Oh, in der Krone passiert wieder was." Emma - für manche gar "die Mona Lisa von Darmstadt" - steht
eben für die Krone. "Sie ist ein bisschen schräg, aber total sympathisch, genau wie die Krone",
meint Tevetoglu. Und so wollen die beiden dem Haus des Rocks, das heute ganz schön viel Konkurrenz hat, zu einer "kleinen Renaissance" verhelfen. Seit die Reihe im Dezemberl?
startete, gebe es spürbar mehr Publikum, meinen sie.
Der Unterschied zu üblichen Krone-Konzerten liegt darin, dass die Reihe nicht im Saal im ersten Stock stattfindet, sondern in der Diskothek im Parterre. Die Atmosphäre sei dort direkter,
intimer. Das Publikum könne die Band hautnah von der Tanzfläche aus miterleben. Der kesselartige Raum bietet Platz für nur etwa 250 Zuschauer. Und auch preislich will man eher
klein bleiben - Karten für maximal 10 Euro.
Wenn die Punklegende Hollis am Samstag aufspielt, reiht er sich in Auftritte bekannter Größen ein, die allesamt schon in der Krone auftraten: Nina Hagen, Nena, Bap, Eric Burdon,
und die Liste geht weiter. Die Krone, die 2006 sage und schreibe 350 Jahre alt geworden ist, habe für Darmstadt Vorarbeit in der Musikkultur geleistet, meint Jung. Und Tevetoglu fügt hinzu:
"Sogar in Istanbul ist sie ein Begriff." Doch das Konzept des Multi-Media-Hauses hat sich in den vergangen Jahren gewandelt, ebenso wie sein Publikum. Zahlte man früher beispielsweise
pauschal Eintritt und konnte jede Veranstaltung besuchen, ob Konzert, Disco oder Filmvorführung, muss man nun für die einzelnen Events zahlen. Auch das Publikum ist älter geworden.
Echte "Kronekinder" aber - wie Jung und Tevetoglu, die in den 80ern und 90ern dort regelmäßig abfeierten - sind eher rar gesät.
"Emma on the Dancfloor IV: Steakknife" startet am Samstag, 12. Mai, Goldene Krone, Schustergasse 18, ab 21 Uhr (Einlass 20 Uhr).
Tickets kosten im Vorverkauf acht Euro, an der
Abendkasse zehn Euro.
Claudia Horkheimer Frankfurter Rundschau 12.05.2007
Anm. d. Krone: Cem organisiert das Open Air am Steinbrücker Teich und Christian die Nacht der Clubs. |
Betreiber führen Mauer-Risse auf Gleisarbeiten zurück
Keine schwere Maschinen mehr setzt die Heag vorerst bei den Gleisarbeiten vor der Krone ein. Ein Gutachten soll erst prüfen, ob es einen Zusammenhang zwischen der
Trassen-Erneuerung und Schäden in dem 350 Jahre alten Denkmalschutzbau gibt. (Fotos: Roman Größer)
Es knattert in der Kirchstraße, doch seit Dienstag verzichtet die Heag bei ihren Gleisarbeiten vorläufig auf einige schwere Maschinen. Das ist das
Ergebnis eines Ortstermins am Montag mit Vertretern der Heag, des Denkmalschutzes, der Krone und der Bauleitung, bei dem baubedingte Erschütterung gemessen wurde.
Das Treffen war zustande gekommen, nachdem die Krone-Geschäftsführung über ihren Anwalt mehrere Risse in dem 350 Jahre alten Haus beklagt und dies
auf die Bauarbeiten zurückgeführt hatte. Klärung soll nun ein Gutachten bringen.
Die Schäden sollen erstmals im Sommer vorigen Jahres aufgetreten sein, als die Heag den ersten Abschnitt der Straßenbahntrasse in der Holzstraße direkt vor
dem denkmalgeschützten Haus erneuert hatte. "Die Krone hat regelrecht gewackelt", berichtet Geschäftsführer Julius Gleichauf, der in dem als Gaststätte und
Discothek genutzten Gebäude auch wohnt.
Da das Haus nicht auf einem soliden Betonfundament stehe, sondern teils auf Sandboden und teils auf Gestein, habe sich durch das Arbeiten mit schweren
Rüttelmaschinen der Boden unter der Krone abgesenkt. Das hat zu "ganz erheblichen Schäden geführt", heißt es in einem Schreiben des Krone-Anwalts Uwe
Duchow an die Heag.
"Sie waren verpflichtet, zu prüfen, ob das Gebäude durch die massiven Erschütterungen Schaden nehmen könnte." Sein Mandant behalte sich vor, auf
Schadensersatz zu klagen. Durch die Schäden sei der Gaststättenbetrieb eingeschränkt, weil auch die alte Dampfdruckheizung nach dem Absinken des
Gebäudes beeinträchtigt sei und nicht mehr ordentlich funktioniere. Gleichauf schätzt den Schaden auf 600 000 Euro.
Die Heag widerspricht der Darstellung, sie habe sich im Vorfeld der Bauarbeiten keine Gedanken um mögliche Auswirkungen auf die Krone gemacht.
"Grundsätzlich dokumentieren wir den Zustand aller umliegenden Gebäude", betont Heag Sprecherin Silke Rautenberg.
Dazu seien sie schon aus Versicherungsgründen verpflichtet.
Alexandra Welsch Darmstädter Echo 18.07.2006
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