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04. August
Kneipe
Konzert

Yusuf Sahilli / Indie & Pop

Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 21:00 Uhr

Schon die letzten beiden Alben von Yusuf Sahilli erhielten bundesweit viel Aufmerksamkeit. „Smarter Folkpop“ urteilte die dpa, eine „ausdrucksstarke Stimme“ fand Eclipsed und Stereo schrieb: „handgemachte Popmusik, deren positive, heiter-gelassene Stimmung prompt auf den Hörer überspringt“.

Nun präsentiert der Sänger und Multi-Instrumentalist, Songschreiber und Produzent aus Berlin am 03.09.2021 das nächste Album seiner Band. FAKE ist zwar in Zeiten des Lockdowns entstanden, aber keine „Corona-Platte“, auch wenn sie musikalisch wie auch in den Texten unverkennbar von Zorn und Aufbegehren geprägt ist. Zehn Songs zwischen knapp zwei und gut dreieinhalb Minuten Länge, die den Geist des Punks und des US-Westküstensounds Ende der 1980er atmen: gradlinig und lebendig, offensiv und energiegeladen, dabei handwerklich gekonnt und weit entfernt von rotzigem Dilettantismus. Ein solcher würde den Bandmitgliedern Yusuf Sahilli, Martin Krümmling und Damian Giambazi sowieso nicht von der Hand gehen: „Natürlich sind wir noch die gleichen Musiker“, grinst Yusuf Sahilli, „wir spielen jetzt nur intuitiver, direkter und etwas härter. Und wir haben uns davon befreit, immer perfekt sein zu müssen.“

Dazu gehören auch studiotechnische Aspekte, etwa der Verzicht auf Klick und Metronom. „Wir haben die heutzutage weithin übliche Ordnung bei einer Produktion einfach mal über Bord geworfen“, konstatiert Sahilli zufrieden. Dass die Band damit eine antizyklische Haltung zur aktuellen Ästhetik von Radio bis Streamingplattformen einnimmt, ist beabsichtigt. „Wir machen ja Musik, auf die wir Lust haben und nicht mit dem Kalkül, einen Markt zu erreichen“, unterstreicht Sahilli. „Wenn du heute mit einer Gitarre zu einem Songschreiber-Camp gehst, bist du schon der absolute Exot und wirst schräg angeschaut“, amüsiert er sich und fährt ernsthaft fort: „aber das sind ja nur Zyklen, die kommen und gehen. Wir hatten vielmehr die Idee von ‚vintage’ vor Augen: einerseits Einflüsse aus der Vergangenheit verarbeiten, andererseits in dem damaligen Spirit aufnehmen.“

Mit der Spontanität einher geht die Absage an Hierarchien. Alle drei hatten im zweiten Halbjahr 2019 und Anfang 2020 rudimentäre Demos entwickelt, die sie zu den Aufnahmesessions mitbrachten. Aus ihnen schälten sie nach und nach die endgültigen Formen der Songs heraus. Während dieses Arbeitsprozesses beschränkte sich Sahilli auf Gesang und Keyboards, während Damian Giambazi neben dem Bass auch die Gitarren-Parts übernahm. Aufgenommen wurde erneut auf dem Studioschiff MS Heiterkeit im Treptower Hafen sowie im Zeughaus in Lindau. Der Ausflug an den Bodensee hat laut Sahilli dafür gesorgt, „konzentriert und ohne die ständigen Ablenkungen in Berlin einige Tage am Stück zu arbeiten.“